25. Mai 2016

Karpfenfischen in Kärnten

Karpfenfischen in Kärnten

Karpfenfischen in Kärnten Teil 1 – Beifang beim Karpfenfischen

 

Das Karpfenfischen in Kärnten ist eine Herausforderung für sich und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht z.B. von der Angelei an den Großkarpfenpools der Steiermark. Daniel Polsinger geht in dieser Serie auf einige spezifische Aspekte ein, die seine Fischerei in Kärnten prägen. Teil 1 beschäftigt sich mit einem Phänomen, das an fast allen Kärntner Gewässern allgegenwärtig ist: Beifang in Form von Weißfischen. Und der kann nicht nur nerven, sondern eine erholsame Session in ein nervenaufreibendes Erlebnis verwandeln.

 

schuppi

Je länger unser Köder gut präsentiert am Grund liegt, desto höher ist die Chance auf unseren Zielfisch.

An fast allen Kärntner Gewässern ist der Karpfenangler mit einem relativ hohen Bestand an Weißfischen konfrontiert. Brachsen machen uns beim gezielten Karpfenangeln an den meisten Gewässern das Leben schwer. Besonders in der Drau gesellen sich noch gierige Aitel hinzu, die den mühsam angelegten Futterplatz schnell leerräumen können. Wer das erste Mal an ein solches Gewässer kommt oder hier sogar seinen Urlaub verbringen möchte, erlebt schnell die Albtraumsession seines Lebens, wenn er schlecht vorbereitet ist. Zum Beispiel dann, wenn er nachts alle 30 Minuten mit dem Boot ausrücken muss, um eine ungebetene Brachse abzuhaken. Das bringt nicht nur unnötigen Wirbel an den Futterplatz, sondern zehrt außerdem an den Nerven.

 

Taktik 1 – Karpfenfischen ausschießlich mit Boilies

boilies

Besonders im Sommer und Herbst ist eine Fütterung mit großen, harten Fischmehlboilies zu empfehlen.

Ich verfolge zwei Taktiken, um das Weißfischproblem einzudämmen. Die erste zielt darauf ab, die ungebetenen Gäste gar nicht erst auf den Futterplatz aufmerksam zu machen. Dazu füttere ich ausschließlich Boilies und verzichte auf jegliche anderen Futtermittel. Die Größe der Boilies ist dabei weniger wichtig als ihre Härte, dennoch sind 20 mm der Mindestdurchmesser für meine Angelei in Kärnten. Gerne mische ich diese Ködergröße mit 25- und 30-mm-Boilies, die ich dann auch gerne als Hakenköder verwende. Um herkömmliche Boilies steinhart werden zu lassen, reicht es, sie in einem Netz für mehrere Tage aufzuhängen. Besonders im Sommer und Herbst ist diese Vorgehensweise sehr erfolgversprechend.

 

Taktik 2 – Karpfenfischen mit einer Mischung aus Mais, Tigernüssen und Boilies

brachsenfutter

Groundbait, Maden, Mini-Boilies und Dosenmais – an den meisten Gewässern in Kärnten wirkt eine solche Kombi wie ein Brachsenmagnet.

Wer nicht auf die Lockwirkung von Partikeln und Pellets verzichten möchte oder dies aus verständlichen finanziellen Gründen nicht kann, füttert am besten eine Mischung aus Mais, Tigernüssen und harten Boilies zwischen 20 und 30 mm Durchmesser. Bei dieser Taktik gilt es zu bedenken, dass ein Großteil des Futters von Weißfischen gefressen werden könnte, bevor die Karpfen überhaupt am Platz auftauchen.Daher heißt es: Futtermenge anpassen! Die Betonung liegt hierbei auf „anpassen“, denn unkontrolliertes Einbringen großer Futtermengen kann auch schnell nach hinten losgehen. Kommt es zu vermehrten Weißfischattacken, ist es aber durchaus ratsam, den einen oder anderen Kilogramm mehr zu füttern. Gefischt wird bei dieser Taktik ausschließlich mit großen, steinharten Boilies ab 25 mm Durchmesser – besser noch größer!

 

aitel (1 von 1) zuschnitt

Für Aitel sind selbst sehr große Köder kein Problem. Sie kommen vor allem in der Drau und ihren Nebengewässern vor.

Natürlich gewährt keine der beiden vorgestellten Methoden 100%igen Schutz vor Brachsen und Aiteln. Mit Beifängen muss an vielen Gewässern immer gerechnet werden, doch je länger unsere Montage fangfähig am Grund liegt, desto größer ist die Chance, dass auch unser Zielfisch sich dafür interessiert 😉

 

 

Autorenbeschreibung:

Der gebürtige Wolfsberger Daniel Polsinger angelt bereits seit über 20 Jahren an Österreichs Gewässern. Hauptsächlich hat er sich in den letzten Jahren auf das Karpfenangeln an den öffentlichen Gewässern in Kärnten konzentriert, besucht jedoch auch immer wieder gerne Gewässer in der Steiermark oder in Frankreich. Außerdem hegt er ein ausgeprägtes Faible für das Angeln mit der Feederrute. Der 31-jährige ist vielen bereits von seinen zahlreichen Beiträgen in der Fachpresse (z.B. Carp in Focus) bekannt. Unter http://fishing-addict.blogspot.com führt Daniel ein lückenloses Angeltagebuch, in dem man mehr über seine aktuellsten Abenteuer erfahren kann.
brachse2

Brachsen sind die wohl am häufigsten vorkommende Weißfischart in den heimischen Gewässern.

Ein 25-mm-Bodenköder in Kombination mit einem 15-mm-Pop-Up stellt die meisten Weißfische vor ernsthafte Probleme.

 

 

 

Über meetyour.fish

Wir helfen Fischern ihr Hobby in der Natur einfacher auszuüben.

Mit Hilfe der Gewässer-Suchmaschine von meetyour.fish kannst du Angel-Reviere mit dazugehörigen Informationen einfach finden und online eine Fischerkarte kaufen.

Hier gehts weiter zum Portal...

6874ha an befischbaren Gewässern werden von meetyour.fish verwaltet

6874ha

an befischbaren Gewässern werden von meetyour.fish verwaltet.

Newsletter

Nach oben scrollen